Kirchenkreis

Gemeindeversammlung in Hülscheid

28.11.2025

Die Evangelische Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld hat sich zum Ziel gesetzt, die denkmalgeschützte Heedfelder Kirche zu erhalten. Wegen erheblicher Schäden am Dach ist sie seit April 2023 geschlossen (Foto: Salzmann)

Von Monika Salzmann

 

HÜLSCHEID + „Ziel des Presbyteriums ist es, die Heedfelder Kirche zu erhalten.“ Mit guten Neuigkeiten, was die denkmalgeschützte Heedfelder Kirche betrifft, wartete Pfarrer Michael Siol bei einer Gemeindeversammlung in der Hülscheider Kirche auf. Damit überraschte der Pfarrer die Gemeinde mit der Nachricht, dass das Presbyterium das Gemeindeleben künftig an der Heedfelder Kirche, die bekanntlich seit April 2023 wegen erheblicher Mängel am Dachstuhl geschlossen ist, konzentrieren möchte. „In der letzten Woche haben wir positive Nachrichten vom Denkmalamt bekommen“, erklärte er. Danach kann sich das Denkmalamt vorstellen, eine Dachsanierung mit einer Stahlträgerkonstruktion zu genehmigen.

 

„Das alte Holz bleibt drin und die Stahlträger halten das Dach.“ Das sei zwar immer noch teuer, aber finanzierbar. „Mit Förderung und Spenden ist das nicht utopisch.“ Für das Presbyterium habe die Heedfelder Kirche Priorität. Vorstellbar für das Denkmalamt seien auch weitergehende Pläne der Gemeinde, neben der Heedfelder Kirche Raum für das Gemeindeleben zu schaffen. Denkbar wäre ein Anbau Richtung Haferkasten, zwischen den Kirchenfenstern Durchbrüche zu schaffen und einen Teil der Kirche zu öffnen. „Wir haben ein vorsichtiges Okay bekommen.“ Auch eine Bodendenkmalprüfung sei positiv ausgefallen. Wir können nun weiter in diese Richtung denken.

 

Jedoch sei alles noch in einem sehr frühen Stadium und noch nichts im Stein gemeißelt. Für das Gemeindehaus und das Pfarrhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite bedeute das im Umkehrschluss jedoch, dass die Kirchengemeinde zur Finanzierung mittelfristig eine Vermarktung anstrebe. Davon betroffen wäre auch der vom CVJM Hülscheid-Heedfeld genutzte Container. Für die Jugend müsse eine gute Lösung gefunden werden. Die Hülscheider Kirche sei gut in Schuss und solle weiter betrieben werden, solange sie in Ordnung sei. „Sie ist intakt, toll und wir lieben sie.“

 

Eine Fusion mit anderen Kirchengemeinden schloss der Pfarrer derzeit aus. Zwar teile sich die Gemeinde mit Oberrahmede und Rahmede zwei Pfarrstellen, es gebe aber keine Pläne zur Fusion. Die Gemeinden blieben eigenständig. Gleiches gelte für die Kooperation mit Schalksmühle-Dahlerbrück. „Wir werden die gute Zusammenarbeit weiter ausbauen.“ Mit Blick auf kleiner werdende Stellenanteile in allen Bereichen werde sich Gemeindearbeit jedoch verändern.

 

Auf die schwierige finanzielle Lage der Kirchengemeinde ging Finanzkirchmeister Björn Schneider-Leyendecker ein. Nichtsdestotrotz sei jetzt die Zeit, „wo man viel bewegen kann“. Einblick gewährte er in die vier Haushalte der Kirche, zwei davon – der Kirchen- und Friedhofshaushalt defizitär. Der Kindergartenhaushalt sei im Großen und Ganzen in Ordnung. Im Reinen sei auch der Stiftungshaushalt.

 

Im Anschluss an die Versammlung nach ihrer Meinung gefragt, antwortete Reimund Patti vom CVJM: „Ich bin überrascht und freue mich, dass die Heedfelder Kirche erhalten bleibt. Das ist herausfordernd, aber gut, dass sich die Gemeinde der Herausforderung stellt.“ Auch Gemeindemitglied Dirk Kersenbrock, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle, meinte: „Es ist ein guter Weg, den man eingeschlagen hat, die denkmalgeschützten Gebäude zu erhalten.“ Stahlträger als Alternative seien eine gute Lösung. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“ Um die Orgel in der Heedfelder Kirche macht sich indes Kirchenmusikerin Ingrid Hahn Sorgen. „Ich mache mir Sorgen um die Orgel“, meinte sie. Kälte sei für das Instrument nicht gut. „Die muss bestimmt auch noch saniert werden.“

Terminvorschau

 

Vorfreude weckte Michael Siol auf die anstehenden Termine der Advents- und Weihnachtszeit. Unter anderem machte er auf die traditionelle Adventsmusik am 3. Advent und neu ein Weihnachtsliedersingen am 28. Dezember in der Hülscheider Kirche, zu dem der gesamte Kooperationsraum eingeladen ist, aufmerksam. Beim Ausblick auf das neue Jahr fanden eine Maibaum-Aufstellung mit der Landjugend am 30. April, die durchaus Volksfest-Charakter haben soll, und die Festivitäten zur Einweihung der neuen Fahne der Hülscheider Schützen am 20. Juni mit Umzug und Fahnenweihe von katholischer Seite besondere Erwähnung.

Bildimpressionen von der Gemeindeversammlung (alle Fotos: Salzmann)