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Kirchenkreis
Gnadenkapelle in Finnentrop geschlossen
24.1.2026

Von Meinolf Lüttecke
FINNENTROP + Die evangelische Gnadenkapelle steht in Fretter auf einer Anhöhe. Sie wurde nach dem Zweien Weltkrieg innerhalb des Jahres 1953 von engagierten evangelischen Christen in einem Kraftakt gebaut. Doch jetzt steht dieses Kleinod nach 72 Jahren zur Disposition.
Am Samstag, 4. Oktober, feierte Pfarrer Christoph Otminghaus, unter Beteiligung des evangelischen Kirchenchores Finnentrop, einen Gottesdienst mit den Gläubigen. Der letzte Gottesdienst fand dann am 22. November statt, mit der langjährigen früheren Pfarrerin Rose-Maria Warns.
In der nach dem Gottesdienst anstehenden Gemeindeversammlung informierte Manja Graewe darüber, dass Interessenten da sind, die die Gnadenkapelle in eine Ferienwohnung umgestalten möchten. Die stellvertretende Bezirksausschussvorsitzende Finnentrop-Attendorn, für die evangelische Kirchengemeinde Attendorn–Lennestadt, Manja Graewe, teilte außerdem mit, dass für diesen Zweck zwei unabhängige, wertschätzende Angebote eingegangen sind. Juliane Schnittka, die neue Vorsitzende des Presbyteriums, wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Kapelle nach der Entwidmung ein normales Haus sei.

Aber auch Manja Graewe selbst hat sich über die weitere Verwendung Gedanken gemacht. Sie könnte sich durchaus vorstellen, dass die Gnadenkapelle als multifunktionaler Ort in Fretter genutzt werden könnte. Wenn ihre Ideen in Fretter auf Zuspruch stoßen, wäre ein eigener Verein zu gründen. Manja Graewe schwärmt von der kleinen Kirche, die „so viel menschliche Wärme ausstrahlt“. Sie ist in Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen und engagiert sich heute der hiesigen Kirchengemeinde. Graewe wirbt darum, sich bei Interesse jeglicher Art bei ihr per E-Mail (manjagraewe@gmail.com) zu melden. „Gesucht werden Menschen mit einem guten Herz.“ Im Interview unterstützt auch der Kirchmeister Bau der evangelischen Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt, Uwe Rink, das von Manja Graewe geäußerte Ansinnen als „Top-Geschichte“. Es müssen jedoch einige Bürger mitmachen – darin sieht er eine Grundvoraussetzung. Ein großer Vorteil ist, dass eine bewohnte Einliegerwohnung im Untergeschoss zur Kapelle gehört, die einen gewissen Grundstock darstellt. Uwe Rink: „Das Ambiente der Kapelle ist ein Alleinstellungsmerkmal.“

Eine wichtige Angelegenheit ist derzeit noch in der Schwebe. Es steht im Raum, die Gnadenkapelle unter Denkmalschutz zu stellen. Eine Besichtigung durch die Denkmalbehörde erfolgte kürzlich. Die Kirchengemeinde wartet jetzt auf das schriftliche Ergebnis der Begutachtung. Nach diesem kann auch ein unabhängiger Gutachter bestellt werden, der den Wert der Kapelle festlegt. Nach dem Verkaufspreis der Kapelle wurde in der Gemeindeversammlung auch von einer Nachbarin gefragt. Dazu sagte Manja Graewe, dass der Preis derzeit nicht verifizierbar sei.
Aus der Chronik geht hervor, dass die Gnadenkapelle am 1. Advent, dem 29. November 1953, durch Oberkirchenrat van Randenborgh geweiht wurde. Das kirchliche Leben erfuhr einen außergewöhnlichen Aufschwung. Es fehlten nur noch die Glocken und eine Orgel. Zwei Bronzeglocken und ein Harmonium vervollständigten 1954 das Inventar.
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